Multifamilientherapie (MFT) - GrundkursVoraussetzungen:- Qualifizierter Berufsabschluss im psychosozialen Bereich
- Arbeit im psychosozialen Bereich
- Erfahrungen in der systemischen Praxis
Multifamilientherapie (MFT) ist eine Methode, die mittels systemisch-familientherapeutisch orientierter Gruppenarbeit die Beziehungs- und Handlungskompetenzen von Familien im Hinblick auf die eigenen Familienmitglieder und sozialen Systeme erweitert. Zielgruppen in diesem Kontext sind Familien, deren Kinder sich in einer stationären oder teilstationären kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlung befinden. MFT basiert auf der Überzeugung und Erfahrung, dass Familien fähig sind, selbst Lösungen für ihre Probleme zu entwickeln und umzusetzen. Die Methode motiviert Eltern und Kinder, spezifische Interaktionsmuster zu erkennen, zu analysieren und mit gegenseitiger Hilfe zu verändern. Das Gefühl von Solidarität und Selbstwirksamkeit wird für die Familien dadurch in besonderem Maße erlebbar. Die Inhalte der MFT-Arbeit orientieren sich an den Bedürfnissen und Kompetenzen aller Familienmitglieder und sind immer ressourcen- und lösungsorientiert.
Das Konzept wurde von Prof. Dr. med. Eia Asen in London und Prof. Dr. med. Michael Scholz in Dresden für den klinisch-therapeutischen Bereich entwickelt, die Wirksamkeit ließ sich wissenschaftlich erheben und die Familien erleben es im Rahmen von Evaluationen als hilfreich.
Qualifikation: Der MFT-Grundkurs befähigt zur eigenständigen Durchführung von MFT-Gruppen.
Selbsterfahrung: Die Teilnehmer:innen können ihre Berufs- und Lebenssituation in diesem Rahmen unter dem Aspekt der Neugestaltung ihrer beruflichen Identität als MFT-ler reflektieren. Das Literaturstudium obliegt der Eigenverantwortung.
Tag 1 und 2Einführung in die theoretischen Grundlagen der MFT
Ursprünge der MFT werden dargestellt
Grundhaltung der MFT wird vermittelt: 5-Schritte-Modell von Eia Asen
Einführung in die Vogelperspektive (Therapeutenpositionen)
Einstieg in die Praxis über Rollenspiele
Mögliche Struktur der MFT- Gruppe dargestellt:
Psychoedukative Phase, Beziehungsorientierte Phase, Zukunftsorientierte Phase
Tag 3 und Tag 4Vertiefung des theoretischen Konzepts
Erneut 5-Schritte-Modell
Verdichtung der MFT-Haltung
MFT-ler*innen als Kontextgestalter*in
Psychoedukative Phase und Herstellung der Gruppenkohäsion
MFT-Basistechniken
Einstieg in die Praxis über Rollenspiele
Prozessbegleitung des eigenen Praxisfeldes
Tag 5 und Tag 6Verdichtung der MFT-Haltung
Praktisches Üben der MFT-positionen
Fokus hierbei: die Beziehungsorientierte Phase der MFT
Verständnis des MFT-ler*innen Zusammenspiels
Vertiefung der Positionen und des Zusammenspiels durch Rollenspiele
Darstellung verschiedener MFT-Settings
Prozessbegleitung des eigenen Praxisfeldes
Tag 7 und Tag 8Rollenspiele zur zukunftsorientierten Phase
Auftragsklärung
Strategien und Schwierigkeiten mit Patient*innen und Eltern, Arbeit im Zwangskontext u.a.
Einstieg in die Konzeptentwicklung im Rahmen des eigenen Praxisfeldes
Tag 9 und Tag 10Vertiefung der MFT-Haltung
Verdichtung des Trainerzusammenspiels
Erweiterung der Handlungskompetenz im MFT-Prozess
Schwierigkeiten und Grenzen in der MFT-Praxis
Prozessbegleitung des eigenen Praxisfeldes
Vorstellung des entwickelten Konzeptes für eine MFT-Gruppe im eigenen Praxisfeld
Tag 11 (Samstag)Supervision und Erfahrungsaustausch über das entwickelte Konzept für eine MFT-Gruppe im eigenen Praxisfeld
Gesamt 5 WE + 1 Tag: Fr 14 - 19 Uhr, Sa 9 - 18 Uhr, 90 Ustd
Termine: 26./27.02.27, 12./13.03.27, 02./03.04.27, 04./05.06.27, 02./03.07.27 + Refresher-Tag: 09.10.27
Kooperation mit